Heute sprechen wir über eines der grundlegendsten und gleichzeitig wichtigsten Bedürfnisse eines Hundes: die Möglichkeit, sich rechtzeitig zu lösen.
Urinieren und Kotabsatz sind grundlegende körperliche Bedürfnisse jedes Lebewesens. Hunde sind dabei häufig vollständig von dem Menschen abhängig, der die Tür öffnet, die Leine nimmt und mit ihnen nach draußen geht.
Die Verantwortung für einen angenehmen, gesunden und bedarfsgerechten Tagesablauf liegt deshalb bei uns.
Wie oft sollte ein Hund am Tag raus?
Es gibt keinen Zeitplan, der für jeden Hund gleichermaßen geeignet ist. Wie häufig ein Hund eine Toilettenpause benötigt, hängt von verschiedenen Faktoren ab:
- vom Alter des Hundes;
- von seinem Gesundheitszustand;
- von seinem Aktivitätsniveau;
- von der aufgenommenen Wassermenge;
- von der Fütterung;
- von möglichen Medikamenten;
- von der Umgebungstemperatur;
- von den individuellen körperlichen Bedürfnissen.
Ein gesunder erwachsener Hund uriniert normalerweise mehrmals am Tag. Für viele erwachsene Hunde kann die Möglichkeit, sich tagsüber ungefähr alle vier bis fünf Stunden zu lösen, eine sinnvolle Orientierung sein. Diese Zeitspanne ist jedoch keine allgemeingültige Regel.
Welpen, ältere Hunde und Tiere mit Erkrankungen der Harnwege oder anderen gesundheitlichen Problemen benötigen möglicherweise deutlich häufigere Toilettenpausen.
Wie lange kann ein Hund einhalten?
Nur weil ein Hund körperlich in der Lage ist, über einen längeren Zeitraum einzuhalten, bedeutet das nicht, dass er sich dabei wohlfühlt.
Einige gesunde erwachsene Hunde können insbesondere nachts relativ lange warten. Der Tagesablauf sollte jedoch nicht absichtlich so gestaltet werden, dass der Hund regelmäßig bis zum letztmöglichen Zeitpunkt einhalten muss.
Auch die Körpergröße kann die individuellen Bedürfnisse beeinflussen. Ein großer Hund sollte trotzdem nicht unnötig lange warten müssen, nur weil er scheinbar länger einhalten kann.
Jeder Hund sollte die Möglichkeit bekommen, sich zu lösen, wenn sein Körper es benötigt.

Reicht es, zweimal am Tag mit dem Hund rauszugehen?
In meiner Arbeit begegne ich regelmäßig Hunden, die nur einmal am Morgen und einmal am Abend nach draußen gebracht werden.
Für manche Hunde reicht dieser Rhythmus nicht aus. Zwischen der Morgen- und der Abendrunde können 10 oder sogar 12 Stunden liegen. Ein Hund kann lernen, so lange zu warten. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass er sich damit wohlfühlt.
Lange Abstände sind besonders schwierig für:
- Welpen;
- Seniorenhunde;
- kleine oder sensible Hunde;
- Hunde, die viel trinken;
- Hunde nach einer Operation;
- Hunde mit Nieren-, Blasen- oder hormonellen Erkrankungen.
Auch eine kurze Löserunde ist wichtig
Wenn die Zeit für einen langen Spaziergang fehlt, muss nicht jeder Aufenthalt im Freien eine Stunde dauern.
Oft reicht zwischendurch eine kurze Löserunde: Gehen Sie für einige Minuten nach draußen, geben Sie dem Hund ausreichend Zeit und kehren Sie anschließend wieder nach Hause zurück.
Eine kurze Toilettenpause ersetzt keinen ausgiebigen Spaziergang, keine körperliche Bewegung und keine Möglichkeit, die Umgebung zu erkunden. Sie erfüllt jedoch ein wichtiges körperliches Bedürfnis.
Ein längerer Spaziergang und eine kurze Löserunde haben unterschiedliche Funktionen. Ein Hund benötigt beides.
Wie wirken sich zu seltene Toilettenpausen aus?
Wenn ein Hund regelmäßig über lange Zeit einhalten muss, kann dies körperliches Unwohlsein und zusätzliche Anspannung verursachen.
Der Hund kann unruhig werden, schlechter entspannen, an der Haustür warten, winseln oder wiederholt signalisieren, dass er hinausmuss. Körperliches Unwohlsein kann sich außerdem auf Stress, Konzentration und Verhalten auswirken.
Passiert dem Hund ein Missgeschick in der Wohnung, sollte er dafür nicht bestraft werden. Zunächst muss geprüft werden, ob der Tagesablauf seinen Bedürfnissen entspricht oder möglicherweise ein gesundheitliches Problem vorliegt.
Wann sollte man einen Tierarzt aufsuchen?
Veränderungen beim Urinieren sind nicht immer ein Erziehungsproblem. Sie können auf Erkrankungen der Harnwege, der Nieren oder des Hormonsystems hinweisen.
Lassen Sie Ihren Hund tierärztlich untersuchen, wenn er:
- plötzlich deutlich häufiger uriniert;
- auf einmal wesentlich mehr trinkt;
- häufig versucht zu urinieren, aber nur kleine Mengen absetzt;
- presst oder Schmerzen zeigt;
- beim Urinieren winselt;
- Blut im Urin hat;
- plötzlich in die Wohnung uriniert, obwohl er zuvor stubenrein war;
- keinen Urin absetzen kann.
Wenn ein Hund versucht zu urinieren, aber keinen Urin absetzen kann, muss sofort eine Tierarztpraxis oder Tierklinik kontaktiert werden.
Bedürfnisorientierung für einen entspannten Hundealltag
Planen Sie den Tag möglichst so, dass der Hund nicht ständig von der Morgenrunde bis zum Abend warten muss.
Beobachten Sie sein Verhalten und berücksichtigen Sie Alter, Gesundheit und individuelle Bedürfnisse. Falls notwendig, kann eine zusätzliche kurze Mittagsrunde eingeplant oder die Unterstützung von Familienmitgliedern, Nachbarn oder einem Gassiservice genutzt werden.
Wenn Sie eine Hundeschule in Unterschleißheim, einen Hundetrainer in München oder einen Personal Dog Trainer suchen, sollte nicht nur das Erlernen von Signalen im Mittelpunkt stehen.
Ein ruhiger und entspannter Hundealltag beginnt immer damit, dass die grundlegenden Bedürfnisse des Hundes zuverlässig erfüllt werden.
Die Möglichkeit, sich rechtzeitig zu lösen, ist kein Privileg und keine Belohnung für gutes Verhalten. Sie ist ein Grundbedürfnis jedes Hundes.
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